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Ortsgeschichte

Erstmalig erwähnt wurde Perscheid im Jahre 1248 als „Dorfschaft Perrischeit“. Die uralte Ortssage von Perscheid erzählt: In alter Zeit war Perscheid eine große Stadt. Sie hat am Haarestock (Heidenstock) angefangen und erstreckte sich über Womel, Hellenpütz und Struth bis über den Haareborn (Heidenbrunnen) hinaus. Die Bewohner der Stadt waren Heiden. Als ihre Stadt zerstört wurde, vergruben sie ihr Götzenbild, ein goldenes Kalb und einen Kessel voll Gold in die Erde.
 
Die Ausgrabungen im Nahbereich der Ortslage Perscheid, insbesondere im Flur Hellenpütz, geben zuverlässige Hinweise auf die sehr früh beginnende geschichtliche Entwicklung. Grabstättenfunde deuten auf eine vorchristliche Zeit (Hallsteinzeit um 1500 - 1200 v. Chr.) hin.
 
Freigelegte römische Fundamente und Goldmünzen belegen eine wohl bedeutende römische Siedlung (Straßenvicus), zu der auch ein heidnischer Tempel gehörte. Aus der Römerzeit befinden sich im Rheinischen Landesmuseum in Bonn: Relieffragment, Sandstein-Steinblock, Riemengehänge, Metallgewicht, Münzen, Ziegelreste, Keramik, Glasfragmente.
 
Über die Einwohnerzahl wird 1563 erstmals mit der Feuerstättenzahl 31 etwas ausgesagt. Im Jahre 1763 zählte Perscheid 70 Bürger, davon werden in einer Aufstellung 7 als wohlhabend, 32 als mittel bezeichnet, 9 Bettler, 6 Bettelwitwen und 10 Witwen, die von ihren Kindern unterhalten werden. Weiter sind 3 Handwerker (Schmied und Schuster), 2 Hirten und ein Lehrer aufgeführt. Im Jahre 1773 werden 71 Bürger genannt. Ein Vermerk bei der Zahl von 71 Bürgern weist ausdrücklich darauf hin, dass in der Zwischenzeit „ein Jude“ eingewandert ist und eingebürgert wurde. Die Chronik berichtet 1736, von einem Lehrer Göbel der 39 Jahre den Schul-Küster- und Glockendienst treu und aufrichtig in mancherlei Not-, Elends- und Kriegszeiten versehen hat und wegen hohem Alter und (Abgang der Kräfte) ausscheidet. Um 1910 hatte Perscheid wohl die größte Einwohnerzahl mit 432 Seelen davon über 100 Schulkinder. Heute zählt der Ort 410 Einwohner.
 
Mit regelmäßigem Schulunterricht wurde um 1700 begonnen. Mit Ablauf des Schuljahres 1970/1971 ging die Zeit der Dorfschulen zu Ende. Seit 1971 besuchen die schulpflichtigen Kinder von Perscheid das Schulzentrum in Oberwesel.
 
Im 18. Jahrhundert brannte der Ort mit seinen Strohdächern bis auf 3 Häuser restlos nieder.
 
1859 brach im Unterdorf Typhus aus. Innerhalb von 8 Wochen starben 8 % der Perscheider Bürger.
 
Haupteinnahme war die Landwirtschaft. Die Agrarstruktur, nicht zuletzt vom permanenten Wind nachteilig beeinflusst, erforderte stets harte Arbeit bei kargem Ertrag. Der Weinbau, - im Seitental nach Steeg- wird in der Chronik schon 1470 erwähnt. Außerdem zog es die Bürger auf die Rheinschiffart sowie in die umliegenden Silber- und Schiefergruben. Auch der Wald bot eine zusätzliche Verdienstmöglichkeit. Den Bürgern von Perscheid wurde im Laufe ihrer Geschichte nicht viel geschenkt.
 
 
 

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